Tipps & Tricks

Grundlagen für SAN Fabrics


Port-Definitionen

Port-Typ
Definition
Bemerkung

G_Port

Generic (E_Port oder F_Port)

E_Port

Expansion Port

Für die Kommunikation zwischen zwei Switches, die  Fabric bilden.

F_Port

Fabric Port

Fabric Port, an den ein N_Port angeschlossen wird.

FL_Port

Fabric Loop Port

Port, an den ein Loop anschlossen wird. Stellt das Gateway für NL_Ports in einem Fabric dar (JBOD, Arbitrated Loop Hub).

L_Port

Loop Port

Port, der das Arbitrated-Loop-Protokoll unterstützt (wird bei der Ausführung des switchShow Kommandos angezeigt).

N_Port

Node Port

Kennzeichnet einen Port, an dem sich direkt an das Fabric angeschlossene Geräte befinden.

NL_Port

Node on a loop

Gerät, das an einen Loop angeschlossen ist (Host, Storage)

U_Port

Universal Port

Der Port kann als G_/E_/F_ oder FL_Port arbeiten. U_Ports erlauben jedem Gerät an jedem Port zu arbeiten (ab Silkworm 2xxx und größer).

Nach der Initialisierungsphase sollte jeder Switch-Port, an dem ein Device angeschlossen ist, entweder als F_, E_ oder (F)L_Port konfiguriert sein. Wenn nicht, dann das angeschlossene Gerät neu starten, um eine Reinitialisierung erzwingen.

FabricOS Kommando:
switchShow: Zeigt Switch- und Port-Stati an


Port-Interface-Adressierung

Format: 01 12 d2

Bedeutung:
01 Switch-Domain
12 Mode (1=Native Mode) und Portnummer in Hex (2)
d2 AL_PA



Private Devices
  • Private Devices verfügen über eine 8-Bit-Adresse = AL_PA.
  • Sie können sich nicht in einem Fabric (an einem Switch) anmelden, sondern nur mit anderen Private Devices kommunizieren.
  • Haben ein Adressformat der Art 00 00 ef, wobei ef die AL_PA-Adresse darstellt.
Public Devices
  • Public Devices verfügen über eine 24-Bit-Adresse.
  • Unterstützen Loop und können sich in einem Fabric anmelden.
  • Haben ein Adressformat der Art 01 12 d2, wobei 01 die Switch-Domain darstellt, 12 für Native Mode (=1) und  Portnummer in Hex (=2) stehen, sowie d2 die AL_PA-Adresse ist.
  • Die ersten 16 Bits der Adresse (01 12) sind für alle Public Devices identisch und werden dem Device bei dessen Login vom Fabric zugewiesen.
Fabric Devices
  • Fabric Devices verfügen über 16-Bit-Adresse.
  • Können sich an einem Switch anmelden, kennen aber keinen Loop.
  • Haben ein Adressformat der Art: 01 12 00, wobei 01 die Switch-Domain darstellt, 12 für Native Mode (=1) und  Portnummer in Hex (=2) stehen.
  • Damit ein Fabric Device, z.B. ein HBA mit einem Private Device kommunizieren kann, muss dessen Fabric-Adresse vom Switch in eine Private Loop Adresse (Phantom) konvertiert werden. Zum Beispiel 01 12 00 à 00 00 AA.
Translation Table
  • Enthält die vom Fabric zugewiesene Adresse eines nicht an den Loop angeschlossenen Gerätes und die dazugehörige Phantom-Private-Loop-Adresse
  • Enthält maximal 125 Einträge pro Switch
  • Der FL_Port am Switch erhält eine Phantom-Adresse
Hat folgendes Aussehen:

Vom Fabric zugewiesene Adresse
Phantom Adresse

NN NN NN1

PP1

NN NN NN2

PP2



Wissenswertes über FL_Ports
  • Es gibt nur einen FL_Port pro Loop.
  • Ein FL_Port hat die höchste Priorität.innerhalb der Loop
  • Ein FL_Port wird immer Loop Initialization Master
  • Ein FL_Port ist keine Zieladresse
Simple Name Server
  • Verwaltet Informationen über Namen, Adressen und weitere Attribute von Geräten, die an das Fabric angeschlossen sind.
  • Hat keine Verantwortung für das Routing von Daten zwischen den Geräten.
  • Hat die Adresse FF FF FC.
  • Verteilt die Name Serverfunktion über das gesamte Fabric (Distributed Name Server).
  • Führt automatische Registrierung und Deregistrierung wichtiger Geräteinformationen durch.
FabricOS- Kommandos:
  • nsshow: Zeigt lokale Name-Server-Informationen aller angeschlossenen Geräte, insbesondere die WWN
  • nsallshow: Zeigt Informationen über alle Geräte im SAN
  • nsAllShow 5: Zeigt Informationen über alle FC-IP-Geräte
  • nsAllShow 8: Zeigt Informationen über alle SCSI-FCP-Geräte
  • loomPhantomShow: Zeigt AL_PAs von angeschlossenen Geräten an
  • loomAlpaShow <Port#>: Zeigt Al_PAs von Storage Phantoms
Vom Name Server verwaltete Port–Attribute
  • Port Identifier (vom Fabric zugewiesene 24 Bit-Adresse)
  • Port Name (World Wide Name)
  • Class of Service (2=Ack connectionless, 3=No Ack connectionless)
  • FC-4-Typen (5=IP, 8=SCSI)
  • Port Type (N, NL)
  • Symbolic Port Name (256 Zeichen, die vom Hersteller des HBA, Controller, etc. vergeben werden)
Vom Name Server verwaltete Node–Attribute
  • Node Name (World Wide Name)
  • IP Address
  • Initial Process Associator (z.Zt. nicht verwendet)
  • Symbolic Node Name

World Wide Names (WWN)

     Brocade Switch Node Format:         10:00:00:60:69:00:60:02
 
Adressteil
Bedeutung

1 =

Einzelne vom Anbieter gewählte hexadezimale Ziffer (1=Brocade, 2= Seagate, 5=Compaq)

0:00 =

Reserviert durch FC-Standard

00:60:69 =           

Von IEEE zugewiesene Vendor ID (Brocade). Andere Hersteller: siehe http://standards.ieee.org/regauth/oui/index.html

00:60:02 = 

Vom Hersteller zugeweisen. Bei Brocade entspricht diese der Seriennummer des Motherboards

Brocade Switch Port Format:            20:00:00:60:69:00:60:02 


Adressteil

Bedeutung

2 =

Einzelne vom Anbieter gewählte hexadezimale Ziffer (2=Brocade)

0:00 =

Vom Anbieter frei wählbar. Brocade codiert hier die Portnummer. 0:01 bedeutet Port 1, 0:05 ist Port 5 und so weiter

00:60:69 =        

Von IEEE zugewiesene Vendor ID (Brocade). Andere Hersteller: siehe http://standards.ieee.org/regauth/oui/index.html

00:60:02 =

Vom Hersteller zugeweisen. Bei Brocade entspricht diese der Seriennummer des Motherboards

Eine Node WWN kann als Schirm betrachtet werden, unter dem die mehrere Port WWNs zusammengefasst werden können. Entscheidend bei der WWN sind in jedem Fall nur die letzten drei Bytes (00:60:02). Wenn unterschiedliche WWNs vorliegen, aber die letzten drei Bytes identisch sind, handelt es sich jedes Mal um dasselbe Gerät. Für das Zoning eines Gerätes spielt es keine Rolle, ob die Port- oder die Node-WWN verwendet wird.


Kaskadierung von Switches

Merkmale:
  • Silkworm-2000-Switches haben eine Skalierbarkeit von bis zu 239 Switches
  • Folgende Parameter der beteiligten Switches müssen identisch sein:    
    1. Per-Frame Route Priority
    2. Device Probing
    3. Translative Mode
    4. BB_credit
    5. E_D_TOV
    6. Data Field Size
    7. R_A_TOV
  • Ein Switch Path beschreibt die Reighenfolge der Switches zwischen Quelle und Ziel
  • Eine Switch Route ist eine Abbildung zwischen einem Input-Port und einem Output E_Port, die beschreibt, wie der Hop von einem Switch zum nächsten realisiert wird.
  • Das Routing kann statisch oder dynamisch per Fabric Shortest Path First (FSPF) erfolgen.
  • Wenn mehrere Switches miteinander vermascht sind, erhält derjenige mit dem niedrigsten WWN die Stellung des Principal Switch.
  • Für jeden ISL zwischen zwei Switches wird ein Kostenfaktor von 1000 für 1Gbit-Verbindungen und von 500 für 2 Gbit-Verbindungen zugrunde gelegt.
  • FSPF erfolgt auf Basis der Kosten. Es wird der Pfad mit den geringsten Kosten gewählt. Ausnahme: Es sind statische Routen definiert.
  • Wenn die Kosten für einen ISL verändert werden, gilt dies nur für die angegebene Richtung und ist nicht bidirektional.
  • Wenn sich die Kosten für einen ISL ändern, passt der Switch die Routing-Tabellen entsprechend an.
FabricOS-Kommandos:
  • uRouteShow: Zeigt die Routing-Information des lokalen Switches an.
  • uRouteConfig <InPort>, <DestDomain>, <OutPort>:  Fügt eine statische Route hinzu.
  • uRouteRemove <InPort>, <DestDomain>: Entfernt eine statische Route.
  • nbrStateShow: Zeigt die Pfade des benachbarten Switches zum eigenen Switch an.
  • dlsSet: Aktiviert Dynamic Load Sharing (DLS). Defaulteinstellung.
  • dlsReset: Deaktiviert Dynamic Load Sharing.
  • dlsShow: Zeigt den Zustand der DLS Option an.
  • iodSet: Aktiviert die In-Order-Delivery-Option (IOD). Neue Route nach 650ms aktiv.
  • iodReset: Deaktiviert die In-Order-Delivery-Funktion. Default. Neue Route nach 2 Sekunden aktiv.
  • iodShow: Zeigt den Status der IOD-Option.
  • linkCost <Port#>, <Cost>: Ändert die Kosten des angegebenen Switchports
  • fabricShow: Zeigt Topologieinformation des Fabric an
  • fspfShow: Zeigt Informationen über Fabric Shortest Path First
  • portRouteShow <Port#>: Zeigt Routinginformationen für einen  Port an
  • InterfaceShow: Zeigt Interface-Informationen zu FSPF an
Zoning
  • Zonen bestehen aus einem oder mehreren Zonenmitgliedern.
  • Dienen dazu „Inseln“ zu schaffen, was inbesondere notwendig ist, wenn unterschiedliche Betriebssysteme, wie NT/W2K und UNIX im selben Fabric betrieben werden sollen.
  • Zonenmitglieder können sein:
    1. WWNs
    2. Aliase
    3. Domain-Port-Kombinationen
  • Ein Gerät kann Mitglied in mehreren unterschiedlichen Zonen sein.
  • Es gibt, abgesehen vom physikalischen Speicher (16MB) keine Einschränkung hinsichtlich der Größe von Zonenobjekten.
  • Zonen können dynamisch konfiguriert werden.
  • Zonenmitglieder sehen nur Mitglieder ihrer eigenen Zone.
  • Es existiert keine Standard-Zone.
  • Auf einem Switch können mehrere unterschiedliche Konfigurationen vorhanden sein, es kann aber immer nur genau aktiv sein.
Soft-Zoning
  • Der Name Server des Switches sorgt für eine Einschränkung der Sichtbarkeit von Ressourcen.
  • Basieren auf WWNs
  • Sind flexibler, als Hard-Zones, da sie auf WWNs basieren. Die Zone folgt dem WWN unabhängig von der Portnummer, an die das Gerät angeschlossen ist.
  • HBAs müssen auf State Notification Changes korrekt reagieren (good citizen), ansonsten ist ein Zugriff auf eine Ressource über den HBA auch dann möglich, wenn sich diese in unterschiedlichen Zonen befinden à weniger Sicherheit.
  • Zone muss umkonfiguriert werden, wenn Gerät ausfällt und durch ein anderes mir neuem WWN ersetzt wird.
Hard-Zoning
  • Wird auf ASIC-Ebene anhand der Domain-ID und der Portnummer durchgeführt.
  • Sorgt für zusätzliche Sicherheit. Insbesondere werden bad citizens abgeblockt.
  • Weniger flexibel, da Zone umkonfiguriert werden muss, wenn ein Gerät von einem Port entfernt und an einen anderen angeschlossen wird.
FabricOS-Kommandos:
  • aliCreate: Erzeugt einen Alias für eine Zone
  • aliDelete: Löscht alle Aliase
  • aliAdd: Fügt einem bestehenden Alias einen neuen Eintrag hinzu
  • aliRemove: Entfernt einen Eintrag aus einem Alias
  • aliShow: Zeigt alle definierten Aliase
  • zoneCreate: Erzeugt eine Zone mit den angegebenen Elementen
  • zoneDelete: Löscht alle Zonen
  • zoneAdd: Fügt einer Zone ein Element hinzu
  • zoneRemove: Entfernt ein Element aus einer Zone
  • zoneShow: Zeigt alle definierten Zonen an
  • cfgCreate: Erzeugt eine Zonenkonfiguration
  • cfgDelete: Löscht alle Zonenkonfigurationen
  • cfgAdd: Fügt einer Zonenkonfiguration eine Zone hinzu
  • cfgRemove: Löscht eine Zone aus einer Konfiguration
  • cfgShow: Zeigt Zonen-Konfigurationsinformationen an
  • cfgClear: Löscht komplette Zoning-Information
  • cfgSave: Speichert die Zoning-Information im nichtflüchtigen Speicher
  • cfgDisable: Dekativiert die aktive Zonenkonfiguration
  • cfgEnable: Setzt eine Zonenkonfiguration aktiv
Default-Parameter eines Brocade-Swicthes

IP = 10.77.77.77
Login = admin
Password = password
Time= Pacific Time
Switch name = 1


Aktualisierung der Firmware eines Switches

1.       Kopieren der gewünschten Firmwareversion in ein Verzeichnis eines NT/UNIX-Systems.
2.       Starten eines Remote-Shell-Daemons (rshd), zum Beispiel des von Brocade bereitgestellten rshd.exe für NT.
3.       Auf dem Switch das Kommando firmwareDownload ausführen und den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen.
4.       Reboot des Switch nach erfolgreichem Update notwendig.



Backup und Restore der Switch-Konfiguration

Backup
1.       Auf dem Switch das Kommando configUpload ausführen.
2.       IP-Adresse oder Hostnamen eines NT- oder UNIX-Systems eingeben.
3.       Einen NT/UNIX-Benutzer eingeben, der das Recht hat, per FTP Dateien auf dem unter 2 angegeben System zu               speichern.
4.       Einen Dateinamen angeben, unter der die Konfiguration abgespeichert werden soll.
5.       Als Protokoll FTP wählen.
6.       Kennwort für den unter 3 angegebenen Benutzer eingeben.


Restore
1.       Auf dem Switch das Kommando switchDisable ausführen, um diesen zu deaktivieren.
2.       Auf dem Switch das Kommando configDownload ausführen.
3.       IP-Adresse oder Hostnamen des NT-/UNIX-Systems angeben, von dem die Konfiguration geladen werden soll.
4.       Benutzernamen angeben, der das Recht hat, per FTP eine Datei von dem unter 3 angegebenen System zu                     kopieren.
5.       Namen der gewünschten Konfigurationsdatei angeben.
6.       Als Protokoll FTP angeben.
7.       Kennwort für den unter 4 angegebenen Benutzer angeben.
8.       Switch rebooten.



Zoning-Information für alle Switches eines Fabric löschen

1.       Auf dem Switch das Kommando cfgShow ausführen, um festzustellen, ob eine Zonen-Konfiguration aktiv ist.
2.       Das Kommando cfgDisable ausführen, um ggf. die aktive Konfiguration außer Kraft zu setzen.
3.       Das Kommando cfgClear ausführen, um alle existierenden Zonen des kompletten Fabric zu löschen.
4.       Das Kommando cfgSave ausführen, um die Löschung zu bestätigen.



Zonen anlegen

1.       Entscheiden ob, Hard- oder Softzone.
2.       Aliase definieren mit aliCreate ``Aliasname``, ``Mitglied1;Mitglied2;...;Mitgliedn``, wobei Mitglied eine                               physikalische Portnummer (Hard-Zoning), ein Node WWN (Soft-Zoning), oder ein Port-WWN ist (Soft-Zoning).
          Soft:           aliCreate ``Alias1``,``10:00:00:00:C9:25:34:AF``
          Hard:          aliCreate ``Alias1``,``207,1``, wobei 207 die Switchnummer ist und 1 die Portnummer.
3.       Zone(n) anlegen mit zoneCreate ``Zonenname``,``Alias;WWN;Domain,Port``
          Soft:           zoneCreate ``Zone1``,``10:00:00:00:C9:25:34:AF``
          Soft:           zoneCreate ``Zone1``,``10:00:00:00:C9:25:34:AF;207,1``
          Hard:          zoneCreate ``Zone1``,``207,1``
4.       Zonenkonfiguration aktivieren mit cfgEnable ``Zone1;Zone2;...;Zonen``
5.       Konfiguration speichern mit cfgSave.


Wichtig: Sobald eine Zonendefinition eine WWN enthält ist die komplette Zone eine Soft-Zone.

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© 2009 Dipl.-Ing. Dirk Pelzer